Nutzfahrzeuge

Die verschiedenen Geldtransportfahrzeuge unterscheiden sich auf den ersten Blick kaum von herkömmlichen Modellen. Schaut man aber etwas genauer hin, lassen sich doch wesentliche Ausstattungsextras feststellen, die es serienmäßig so nicht zu erwerben gibt. Jeder Transporter wird nämlich speziell für den Ernstfall ausgerüstet. Denn falls es tatsächlich mal zu einem Überfall kommt, muss das Geld so schnell wie möglich geschützt werden. Auch der Polizeiruf sollte augenblicklich erfolgen. Das Geldtransportfahrzeug muss also eine Technik besitzen, die ein hohes Maß an Sicherheit und Schutz garantiert. Über welche Besonderheiten ein Geldtransportfahrzeug verfügt, erläutert die folgende Übersicht:

Luftkennung

Als Luftkennung bezeichnet man alphanumerische Kennzeichnungen auf dem Fahrzeugdach. Neben Geldtransportern haben auch die Fahrzeuge der Feuerwehr oder des Rettungsdienstes solche Kennzeichnungen. Dadurch lassen sich die Fahrzeuge aus der Luft identifizieren und gegebenenfalls ein Anruf über Funk aufbauen. Dementsprechend kann die jeweilige Luftkennung zum Beispiel aus dem Funkrufnamen des Fahrzeugs bestehen.

GPS

Alle Geldtransporter sind mit einem GPS-System ausgestattet. GPS steht für Global Positioning System und ist ein weltumspannendes Navigationssatellitensystem, welches zur Orts- bzw. Positionsbestimmung eingesetzt wird. Der Standort des Fahrzeugs kann so immer von der Leitstelle überprüft werden. Auch das klassische Navigationsgerät im Geldtransporter nutzt selbstverständlich das GPS-Signal, um auf mögliche Hindernisse wie Baustellen oder Staus aufmerksam zu machen.

Videoüberwachung

An mehreren Stellen im Geldtransporter sind Kameras installiert. Die Heckkamera überwacht beispielsweise die Rückseite eines Fahrzeugs. Das erhöht die Sicherheit beim Ein- und Ausladen der Bargeldkoffer. Auch die Seitenwände des Transporters können von außen mit Aufnahmegeräten ausgestattet sein. Selbst die Fahrerkabine wird häufig videoüberwacht. Falls es tatsächlich mal zu einem Überfall kommen sollte, können die Bilder mit Hilfe der Polizei entsprechend ausgewertet werden, was sich dann bei der Fahndung und Überführung der Täter als unheimlich nützlich erweist. In erster Linie soll Videoüberwachung abschrecken, denn sämtliche präventive Maßnahmen machen deutlich, dass sich ein Raubverbrechen nicht lohnt.

Panzerglas

Die Scheiben eines Geldtransporters sind in der Regel mit starkem Panzerglas ausgestattet, das auch Gewehrkugeln oder Explosionen standhalten kann. Der Fachbegriff für Panzerglas heißt übrigens "Verbund-Sicherheitsglas". Die angewandte Technik bei der Herstellung von Verbund-Sicherheitsglas ist im Grunde recht einfach. Zwischen zwei Glasscheiben wird eine elastische und reißfeste Folie gezogen. Walzenpresse und Druckbehälter sorgen dafür, dass die beiden Baustoffe Glas und Folie zu einem Verbund verschmelzen. Kommt es zu einem Angriff auf den Geldtransporter, bei dem die Scheibe bricht, verhindert der Verbundstoff, dass Glassplitter durch die Luft fliegen. Panzerglas gibt es in verschiedenen Stärken, die in sogenannte Widerstandsklassen eingeteilt sind. Das stärkste Glas ist mit der DIN EN 13541 ER4 gekennzeichnet und besitzt die Eigenschaft "Sprengwirkungshemmend". Neben Geldtransportern wird Panzerglas auch für Schaufenster oder bei Bankschaltern eingesetzt.

Alarmanlage

Ein Geldtransporter verfügt über mehrere Alarmanlagensysteme. Die akustische Sirene gehört selbstverständlich auch dazu. Aber das Fahrzeug hat noch weitaus mehr zu bieten. Im Inneren des Wagens, also im Verladeraum mit den Geldkoffern gibt es einen Schließmechanismus. Kommt es zu einem Überfall, in dem ein Dieb den Sicherheitsmitarbeiter nach Öffnung des Verladeraumes übermannt, um an die im Inneren des Fahrzeugs liegenden Geldkoffer zu gelangen, sitzt er sprichwörtlich in der Falle. Denn sobald sich der Unbefugte Zugang zum Verladeraum verschafft hat, schließt sich die Außentür augenblicklich zu. Der Dieb hat es zwar zu seiner Beute geschafft, kann aber nicht mehr aus dem Geldtransporter fliehen. Die Mitarbeiter des Sicherheitsunternehmens informieren dann in Ruhe die Ordnungshüter und liefern den Verbrecher anschließend direkt bei der Polizeistation ab.

Sprechfunkssystem

Ein Sprechfunksystem dient dem ständigen Kontakt zwischen Geldtransporter und Leitstelle. So können die Mitarbeiter im Fahrzeug zum Beispiel schnell über Unregelmäßigkeiten oder eine kurzfristige Änderung der Fahrtroute informiert werden. Andersherum können natürlich auch die Fahrer ihrerseits wichtige Beobachtungen oder Auffälligkeiten weitergeben.

Funkmeldesystem

Das Funkmeldesystem überträgt die sogenannten Statusmeldungen eines Geldtransporters. Durch das Drücken einer bestimmten Taste wird der Leitstelle mitgeteilt, ob das Fahrzeug zum Beispiel am Transportziel angekommen ist. Auch ein Notruf kann darüber abgesetzt werden.

Tür-Motor-Sicherung

Die Tür-Motor-Sicherung ist eine Besonderheit im Geldtransporterfahrzeug. Sie dient zum Beispiel der Abwehr von Überfällen auf offener Straße. Wenn das Fahrzeug ungewollt zum Stehen kommt und der Täter den Fahrer zum Aussteigen zwingen will, dann startet beim Öffnen der Fahrertür eine Zeitschaltuhr. Nach exakt sechs Sekunden lässt sich der Motor des Geldtransporters nicht mehr anschalten.

Innenraumausstattung

Häufig kann der Laderaum nur von innen geöffnet werden. Die Wände sind gut gepanzert und halten auch Pistolengeschoße ab. Meistens schützt eine separate Schleuse den Zugang zu den Geldkoffern zusätzlich.

Sonstiges

Die Routen der Geldtransporter werden immer wieder neu zusammengestellt und den Fahrern erst kurz vor Schichtbeginn mitgeteilt.

Kommt es während der Tour zu einer ungewöhnlich langen Verfolgungsfahrt durch andere Pkws, wird deren Nummernschild durch die Polizeizentrale überprüft, Fahrzeughalter oder Besitzer sofort festgestellt.

Die Geldkisten haben ein zusätzliches Diebstahlsicherheitssystem. Die Griffe reagieren zum Beispiel auf das plötzliche Absetzen des Koffers. Automatisch wird eine Schaltzeituhr aktiviert, die nach anderthalb Minuten eine Farbbombe zur Explosion bringt. Der Täter kommt dadurch nicht zu Schaden, kann das eingefärbte Geld aber nicht mehr gebrauchen. Zusätzlich sorgt ein schriller Piepton für Aufmerksamkeit, sodass der Täter den nun wertlosen Geldkoffer liegen lässt.

Auch das Personal von Sicherheitsunternehmen ist bewaffnet. Sie haben die Erlaubnis, scharfe Waffen zu tragen und im Notfall einzusetzen. Spezielle Schulungen vermitteln den Umgang mit Tätern und erklären, wie man sich in Ausnahmesituationen verhalten sollte.


(c) by Päffgen GmbH bzw. deren Autoren 2010, www.geldtransporte.de

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